• Sozialgericht stärkt die Rechte von Schmerzpatienten. Danach hat ein Schmerzpatient das Recht in einer schmerztherapeutischen Klinik behandelt zu werden, er muß also nicht irgendeine der sonst üblicherweise angebotenen Rehabilitationen akzeptieren sondern kann unter Hinweis auf das Urteil gleich Widerspruch einlegen. Hier gelangen Sie zu dem Urteil (dieses gilt sinngemäß natürlich nicht nur für die Rentenversicherungen sondern auch für Krankenkassen), das mittlerweile rechtskräftig ist. Pressemitteilung dazu: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051207009&phrase=schmerzklinik 

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Die wichtigsten Schmerzthemen zusammengefaßt:

Arthritis: http://www.arthritis-information.de  Arthrose: http://www.1-arthrose.de  Armschmerzen: http://www.armschmerz.com  Atypische Gesichtsschmerzen: http://www.atypischer-gesichtsschmerz.de  Bandscheibenvorfall: http://www.bandscheibenvorfall.biz  Borreliose: http://www.bor-reliose.de   Brustwirbelsäulensyndrom: http://www.bws-syndrom.de  Brennende Füße: http://www.burning-feet-syndrom.de  Cluster-Kopfschmerz: http://www.cluster-kopfschmerz.org  CRPS: http://www.komplexes-regionales-schmerzsyndrom.de  Durchblutungsstörung: http://www.durchblutungs-stoerung.de Dorsalgie: http://www.dorsalgie.com  Fibromyalgie: http://www.fibromyalgie.at  Fibromyalgiesyndrom: http://www.fibromyalgiesyndrom.eu    Gelenkschmerzen: http://www.gelenksschmerzen.de  Gesichtsschmerz: http://www.gesichtsschmerzen.de   Gliederschmerzen: http://www.gliederschmerzen.com  Gürtelrose: http://www.guertelrose.co.uk  Halswirbelsäulensyndrom: http://www.hws-syndrom.de  Herpes zoster: http://www.herpes-zoster.eu  Hörsturz: http://www.gehoersturz.org  Hüftschmerzen: http://www.xn--hftschmerz-9db.de  Ischias: http://www.ischias.co.uk   Kausalgie: http://www.kausalgie.de  Kopfschmerzen: http://www.kopfschmerz.cc  Kreuzschmerz: http://www.kreuzschmerz.org  Leistenschmerzen: http://www.leistenschmerz.de   Lendenwirbelsäulensyndrom: http://www.lws-syndrom.de  Lumbalgie: http://www.lumbalgie.de  Lumboischialgie: http://www.lumboischialgie.eu  Migräne: http://www.migraene.cc  Morbus Sudeck: http://www.morbus-sudeck.de  Muskelschmerzen: http://www.muskelschmerz.net  Nervenschmerzen: http://www.nervenschmerz.de  Neuralgie: http://www.neuralgie.com  Osteomyelitis: http://www.osteo-myelitis.de  Schleudertrauma: http://www.schleudertrauma.li  Polyneuropathie: http://www.polyneuropathie.com  Postzosterische Neuralgie: http://www.postzosterische-neuralgie.com  Restless legs: http://www.restless-legs-syndrom.eu  Rückenschmerzen: http://www.xn--rckenschmerz-dlb.com  Schlaganfall: http://www.hemialgie.de (Hemialgesie Schulterschmerzen: http://www.schulterschmerz.com   Spannungskopfschmerzen: http://www.spannungskopfschmerz.de   Spinalkanalstenose: http://www.spinalkanal-stenose.de  Steißbeinschmerzen: http://www.kokzygodynie.de  Sudeck Dystrophie: http://www.sudeck-dystrophie.de Thalamusschmerzen: http://www.thalamusschmerz.de Tinnitus: http://www.tin-nitus.de  Zephalgie: http://www.cephalgie.com

Links zu empfehlenswerten Einrichtungen:

Schmerzklinik (1): www.schmerzklinik-1a.de, Schmerzklinik (2): www.schmerzklinik-1.de
Schmerzklinik (3): www.schmerzklinik.biz
www.norderney-insel-hotel.de/norderney-hotel
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    Informationen über Schmerzerkrankungen

BEINSCHMERZEN

Das Bein bezeichnet der Lateiner als Extremitas inferior. Es bestehet aus:

  1. Oberschenkel (Femur)

  2. Knie (Genu)

  3. Unterschenkel (Crus) und

  4. Fuß (Pes)

Anhaltende Sch merzen im Bereich der unteren Extremitäten (= Gliedma ßen) können durch sehr unterschiedliche Erkrankungen verursacht werden, entsprechend wichtig ist eine gründliche Diagnostik.

Mit Abstand am häufigsten treten Beinschmerzen auf, bei denen der Ischias-Nerv (N. ischiadicus) einschließlich seiner Endäste beteiligt ist, bzw. die Schmerzreizleitung ausschließlich oder überwiegend über diesen Nerv erfolgt.
Der Begriff "Ischialgie" beschreibt Sch
merzen, die im Verlauf des
Ischias nervs (Gesäß, rückwärtiger Oberschenkel, äußerer und hinterer Unterschenkel sowie Fuß bis zur Groß zehe vor) auftreten, wobei die Sch merzen aber nicht den kompletten Nervenverlauf umfassen müssen, sondern es können je nach Ursache auch einzelne Abschnitte betroffen sein. 
Eine der häufigsten
Schmerz ursachen für Beinschmerzen im Ausbreitungsgebiet des N. ischiad icus ist der periphere Projektionsschmerz (= mehr oberflächliche Schmerzausstrahlung bzw. Schmerzverlagerung) bei Affektionen (= Störungen, Erkrankungen) der spinalen (= das Rückenmark betreffenden)
Nervenwurzel n L4-S3. Eine Ischialgie aufgrund dieser Schmerzursache geht meist, aber nicht zwingend, mit Sch
merzen im Lumbalbereich (Lumbalgie) einher, in diesem Falle lautet die Diagnose dann Lumboischialgie
Die echte
Ischias
- Neuralgie (Ischiadikus-Neuralgie), als eigenständiges Krankheitsbild, gekennzeichnet durch häufige, attackenförmige Beinschmerzen von wenigen Sekunden Dauer entlang des Nerven verlaufs ist selten. 
Nicht selten entsteht ein Ischiasschmerz infolge von Verletzungen oder iatrogen
(= durch ärztliche Einwirkung verursacht) durch Operationen im Bereich der Hüfte und des Oberschenkels. Meist bestehen dann ein Dauerschmerz bzw. länger anhaltende Schmerzepisoden.
Beinschmerzen können auch durch falsch gesetzte Spritzen ins
Gesäß entstehen. Gefürchtet sind dabei besonders Rheumamittel. Das Schmerzbild ist dem einer Kausalgie (Komplexes regionales Schmerzsyndrom Typ II, CRPS Typ II) (= typische brennende Sch merzen
bei einer Nervenverletzung) ähnlich (brennender Schmerzcharakter mit schmerzhaften Empfindungsstörungen). 
Eine schmerzhafte Neuritis
(= Nervenentzündung) des Ischias kann durch die Zuckerkrankheit (auch im Rahmen einer Polyneuropathie) oder auch durch Alkoholmißbrauch entstehen. Die länger anhaltenden Beinschmerzen treten bei dieser Ursache meist beidseitig auf. 
Auch Vergiftungen mit einem Schwermetall (z.B. Thallium, Blei, DDT) können im Sinne einer Neur itis zu einer Ischialgie und damit zu Beinschmerzen führen. Typisch sind dabei motorische und sensible
(= die Muskel kraft und die Empfindung betreffende) Störungen oder gar Ausfälle.

Isolierte chronische Sch merzen im Bereich der Unterschenkel außenseite und des Fußrücken s können auf ein Fibulaköpfchen-Syndrom zurückzuführen sein. Am Fib ulaköpfchen (= Köpfchen des Wadenbeins) liegt der N. peroneus communis (= ein Nervenast des Ischias) unmittelbar am Knochen und kann dort leicht komprimiert werden, so z.B. durch einen Gipsverband, oder durch Brüche und Verrenkung in diesem Bereich. Für ein Fib ulaköpfchen-Syndrom sind nach unten ausstrahlende Sch merzen bei Druck auf den Nerv hinter dem Köpfchen des Wadenbeins typisch. 
Das subakute oder chronische Tibialis-anterior-Syndrom, ebenfalls ein sog. Kompressionssyndrom, geht mit Sch
merzen an der Schienbein vorderseite einher, verursacht durch eine Nervenkompression in der Tibialisloge (= die sog. Streckerloge, ein Raum mit geringer Ausdehnungsmöglichkeit).  
Das akute Tibialis-anterior-Syndrom ist ein Notfall, der sofort operativ behandelt werden muß (Druckentlastung durch Spaltung der bindegewebigen Muskelumhüllung).
Das vordere Tarsaltunnelsyndrom entsteht am
Fuß  rücken durch Kompression des N. peroneus profundus (= Nervenast des Is chias) unter dem Ligamentum cruciatum (= gekreuztes Bindegewebsband), so z.B. durch zu enges Schuhwerk. Druck auf das Ligamentum verstärkt die Beschwerden am Fußrücken
Das hintere Tarsaltunnel-Syndrom, ebenfalls ein sog. Nervenkompressionssyndrom, entsteht durch eine Kompression zwischen Innenknöchel und Retinaculum flexorum
(= Halteband für die Beugemuskulatur zwischen Innenknöchel und Fers enbein). Typischerweise treten Sch
merzen und Gefühlsstörungen an der Fußsohle, vor allem beim Gehen und nachts auf. 
Die Morton-Neuralgie, (Morton-Metatarsalgie) eine sog. Metatarsalgie
(= Mittelfußschmerz) ist auf eine Neurombildung (= gutartige Nervenauftreibung) durch Druck auf die Nn. digitales II-IV (= Nerv en, die die Zehen versorgen) zurückzuführen. Die Patienten klagen über brennende Sch
merzen im Bereich der vorderen Fußsohle. Der brennen de Schmerzcharakter gibt Anlaß zur Verwechslung mit einer Sympathalgie (= Sch merzen aufgrund einer Reizung des unwillkürlichen Nervensystems).

Weitere (seltenere) Ursachen für Beinschmerzen

Beinschmerzen können durch unterschiedlichste Erkrankungen hervorgerufen werden. Der besseren Übersicht wegen werden diese in vier Hauptgruppen unterteilt:

  1. Bei nschmerzen bei denen der vordere Oberschenkel nerv (N. femoralis) einschließlich seiner Endäste beteiligt ist, bzw. die Schmerzreizleitung ausschließlich oder überwiegend über diesen Nerv erfolgt

  2. Bei nschmerzen bei denen (andere) Nerven des Ple xus lumbal is (= Nervengeflecht dessen Wurzeln dem Rücken mark der mehr oberen Lendenwirbelsäule entstammen) beteiligt sind, bzw. die Schmerzreizleitung über diese Ner ven erfolgt

  3. Bei nschmerzen die von den Blutgefäßen (Adern, Schlagadern) ausgehen (z.B. arterielle Verschlußkrankheit, arterielle Durchblutungsstörung).

  4. andere Ursachen

Zu den einzelnen Ursachen

1. Irritationen und Schädigungen des vorderen Oberschenkelnervs (N. femoralis) können entsprechend dem ausgedehnten Versorgungsbereich zu vielfältigen Beinschmerzen führen. 
Der Nerv versorgt sensorisch
(= die Empfindlichkeit betreffend) die Vorderseite und die mehr untere Innenseite des Oberschenkel s sowie die mittlere Knie region und streifenförmig die Haut an der inneren und vorderen Fläche des Unterschenkel s bis zum inneren Fuß rand ((N. saphenus (= Endast des N. femoralis)). Im Verlauf des vorderen Oberschenkelnervs (N. femoralis) gibt es aber bevorzugte typische Irritations- oder Schädigungslokalisationen:

- Ner venwurzeln L1-L4 (= 1. bis 4. Lendenwirbelsäulensegment);

 

 

- im Becken: Kompression durch Tumore des Becken s und des

 

 

       weiblichen Genital e, Operationen wie Herniotomie (= Leisten bruch-

 

       Operation), Hysterektomie (= Entfernung der Gebärmutter), TEP

 

 

       (= künstliches Hüftgelenk) und aortofemoraler Bypass (= künstliche

 

       Gefäßverbindung zwischen der Bauch - und  Oberschenkelschlagader), darüber

       hinaus Aneurysmen (= krankhafte Wandausbuchtungen einer Schlagader),

 

       Einblutungen infolge einer Behandlung mit Marcumar (= ein Mittel zur

 

       Blutverdünnung) und Bestrahlungsfolgen;

 

 

 

- Bereich des Ligamentum inguinale (= Leistenband): Kompression durch

 

       eine Schenkelhernie (= Leiste nbruch);

 

 

 

- Bereich des Kniegelenk s: Ergußbildung (Reizerguß).

 

 

 


2. Die Meralgia paraesthetica ist eine isolierte Neuritis
(= Nervenentzündung) des Nervus cutaneus femoris lateralis und äußert sich in einem Brennschmerz und Empfindungsstörungen (Dysästhesien) an der Oberschenkelaußenseite sowie Druckschmerz einwärts vom vorderen oberen Darm beinstachel.
Ursachen: mechanisch (Kompressionssyndrom, bedingt durch Druck unter dem
Leisten band oder auch Druck- oder Zugeffekte im Nervenverlauf, v.a. am Austrittsort aus dem Becken
), tox isch (= durch Gifteinwirkung verursacht) z.B. bei Alkoholismus, infek tiös (= durch Ansteckung verursacht) z.B. bei Syphilis. 

Beinschmerzen in Folge einer
Nervenstörung oder Nervenschädigung des obturatorius
Entsprechend dem Versorgungsgebiet treten
Sch merzen und Parästhesien (= schmerzhafte Mißempfindungen) im Bereich des mehr unteren und inneren Oberschenkel s mit Ausstrahlung ins innere und untere Knie gelen k auf. In seinem relativ achsennahen Verlauf kann der Nerv durch benachbarte Prozesse geschädigt werden: z.B. Bandscheibenprolaps (= Bandscheibenvorfall), Störungen im Bereich des M. psoas (= Muskel im Becken) und Prozesse im kleinen Bec ken. Auch bei Beckenbrüchen ist der Nerv gefährdet. 
Das seltene
Wartenberg-Syndrom ist durch wandernde Beinschmerzen gekennzeichnet, die im Versorgungsbereich des N. obturatorius (Oberschenkelinnenseite), N. cutaneus femoris lateralis (Oberschenkelaußenseite) und N. femoralis (vorderer Ober- sowie innerer und vorderer
Unterschenkel) auftreten. Typischerweise kommen Beschwerden in der oberen Extremität (bevorzugt Schulter und Hand) hinzu. Die Ätiologie (= Ursache) und Pathogenese (= Entstehung / Entwicklung) dieser wandernden Polyneuritis (= En tzündung mehrerer Ner ven), auch als Neuritis migrans (= wandernde Nervenentzündungen) bezeichnet, sind unbekannt.

3. Beinschmerzen bei venösen (= die Adern betreffende) Erkrankungen:
Häufigste Störung des venösen Systems ist die chronisch venöse Insuffizienz, eine venöse Durchblutungsstörung auf der Grundlage einer venösen Abflußstörung. Diese Stauung äußert sich in tagsüber zunehmendem Schwere- und Schmerzgefühl sowie in Beinschwellungen. Eine venöse Insuffizienz liegt vor, wenn der Knöchelumfang morgens und abends um mehr als 1,5 cm differiert. Bei der klinischen Untersuchung fallen eine Varikosis
(= dichtes Geflecht oberflächlicher Krampfadern), eine livide (= bläuliche, fahle) Verfärbung der Haut, Ödem (= Schwellung) und Pigmentstörungen auf. Bei weiterem Fortschreiten der Erkrankung kann es zu ausgedehnten trophischen (= mit Zeichen einer Mangelernährung einhergehenden) Störungen mit Ulcera cruris (= Beingeschwür, offenes Bein)
kommen, begleitet von hartnäckigen Venenschmerzen
Häufiger verbleiben nach einer akuten
Thrombophlebitis (= Venenentzündung mit Verschluß durch Blutgerinnsel) oder Thrombose (= Bildung von Blutgerinnsel
) hartnäckige und oft auch heftige Venenschmerzen aufgrund eines sog. postthrombotisches Syndrom s (= Krankheitszeichen die auf eine vorangegangene Thrombose zurückzuführen sind).

Beinschmerzen bei arteriellen (= die Schlagadern betreffende) Erkrankungen:  
Eine
arterielle Durchblutungsstörung kann sowohl organisch (= als Erkrankung die Blutgefäße selbst betreffend) als auch funktionell-vasospastisch (= überschießende Gefäßverengung) bedingt sein. Dabei sind fließende Übergänge wie beim Ergotismus (siehe unten) oder dem Morbus Raynaud (auch als Raynaud-Syndrom oder vasospastisches Syndrom oder Ischaemie-Syndrom bezeichnet, siehe unten) möglich. 
Die Symptome
(= Krankheitszeichen) der organischen arteriellen Durchblutungsstörungen hängen vom Ausmaß der Stenosierung (= Verengung) ab, aber auch davon, wie rasch sich diese entwickelt, denn bei langsamem Fortschreiten können sich Kollateralen (= Gefäße, die eine Verengung umgehen) bilden. 
Deshalb reicht die klinische Symptomatik
(= Krankheitszeichen) von einer unbestimmten Mißempfindung in den Bei nen über die klassische Claudicatio intermittens (= Schaufensterkrankheit) bis zu heftigsten akuten
Sch merzen, verursacht durch eine Embolie (= plötzlicher Gefäßverschluß). Bei Belastung zunehmende Sch merzen, Blässe und Untertemperatur der Haut, abgeschwächte oder fehlende periphere Pulse und Neigung zu Nekrosen (= abgestorbenes Gewebe) (hpts. Füße oder Hände) sind die charakteristischen Merkmale. 
Patienten mit Beinschmerzen bei obliterierender Atherosklerose
(= zum Verschluß führende Verhärtung des Gefäßbindegewebes) weisen in der Regel die bekannten Herz-Kreislauf-Risikofaktoren wie Nikotinmißbrauch, hoher Blutdruck und Fettstoffwechselstörungen auf. Manifestiert sich die Krankheit in relativ jugendlichem Alter, vor allem bei Männern, muß bei exzessivem Nikotinmißbrauch an eine Thrombangitis obliterans (= Blutgefäßwandentzündung, die zum Verschluß führt) gedacht werden. Ätiologisch (= bezüglich einer Ursache) wird eine Autoimmunreaktion ( = gegen körpereigene Stoffe gerichtete Antikörper) vermutet. 
Arterielle Durchblutungsstörungen bei Diabetikern sind meist mit einer Polyneuropathie kombiniert, die sehr häufig im Vordergrund steht. Sie äußert sich zunächst in
Kribbel parästhesien (= kribbelnde, z.T. auch schmerzhafte Mißempfindungen), später in brennenden Sch merzen, oft sockenförmig und schließlich in Hypästhesie (= herabgesetzte Empfindlichkeit).
Beim Morbus Raynaud bzw. dem Raynaud-Syndrom, das häufig bei Kollagenosen (z.B. Sklerodermie)
(= verhärtende Bindegewebsveränderungen) auftritt, führen Gefäßspasmen zu einer Unterbrechung der Blutzufuhr einzelner
Gl ieder und damit zu Sch merzen, bevorzugt in den Bei nen, in schweren Fällen sind auch Nekrosen (= Absterben von Körpergewebe) möglich. 
Sch merzen in den Armen oder Bei nen wie bei der Verschlußkrankheit (arterielle Verschlußkrankheit), die bei üblicherweise fehlenden Risikofaktoren vor allem von Frauen im jüngeren oder mittleren Alter angegeben werden, können Folge eines Ergotismus (= Vergiftung durch "Mutterkorn") sein. Deshalb ist die Frage nach einer Migräne -Vorgeschichte mit Mißbrauch von Ergotamin (= ein Mittel gegen den akuten Migräneschmerz) zwingend.

4. Auch der relativ seltene Morbus Sudeck (auch als Sudeck Krankheit, Sudecksche Dystrophie, CRPS TYP I, komplexes regionales Schmerzsyndrom Typ I oder Algodystrophie bezeichnet) kann, obwohl zunächst lokal begrenzt, im weiteren Verlauf zu heftigen Beinschmerzen führen. Gleiches gilt für Affektionen (= Störungen/Erkrankungen) des Kniegelenk s).
Natürlich kann es auch nach Knochenbrüchen im Bei
nbereich zu Sch merzen kommen, diese sind aber i.d.R. vorübergehend. Hartnäckiger sind aber Bei nschmerzen, die von einer Knochenhautentzündung (Periostitis), Knochenentzündung (Ostitis, Osteitis) oder von einer Knochenmarkentzündung (Osteomyelitis) ausgehen.
 

Zum Schluß seien noch generalisierte Arm - und Bei nschmerzen erwähnt. Diese kommen als alleiniges bzw. vorherrschendes Krankheitszeichen nur bei wenigen Erkrankungen vor. Es sind dies hauptsächlich:

  1. Polyarthritis ((z.B. Gelenkschmerzen bei primär chronischer Polyarth ritis (PcP)

  2. Polyneuropathie (bei der Zuckerkrankheit, Alkoholmißbrauch und Vergiftungen)

  3. Raynaud-Krankheit (weitere Bezeichnungen: Morbus Raynaud, Raynaud Syndrom)(z.B. bei Kollagenosen (= Bindegewebserkrankungen), Ergotismus)

  4. und der Vollständigkeit halber: neben Fieber bei grippalen Infekten


Therapie bei
Beinschmerzen:

Je nach Ursache der Beinschmerzen gibt es oft eine auf die Grundkrankheit abgestimmte Therapie (z.B. optimierte Zuckereinstellung bei diabetische Polyneuropathie). Häufiger reicht diese aber nicht aus, um das Hauptproblem, nämlich die Beinschmerzen, zu beherrschen. Dann sind allgemeine schmerztherapeutische Behandlungsmethoden gefragt, die oft bei verschiedenen Grundkrankheiten die gleichen sind, da sie sich nach den Sch merzen und deren Ausdehnung und nicht mehr vorrangig nach der Ursache richten. Ein Dauerschmerz erfordert praktisch immer eine Kombination von verschiedenen Therapieverfahren. Die auch für Beinschmerzen üblichen Therapieverfahren der Speziellen Schmerztherapie sind:

  1. Information über die Erkrankung
  2. Medikamentöse Behandlung (u.a. Schmerzmittel, Psychopharmaka,  auch als Infusionen, individuell ausgetestet)
  3. Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) in Form von Infiltrationen und Nervenblockaden, evtl. auch rückenmarknahe Blockaden, auch kontinuierlich mit Katheter 
  4. Physiotherapie (Krankengymnastik und andere Anwendungen) 
  5. Akupunktur
  6. TENS-Therapie (schmerzlindernde elektrische Ströme, die von einem kleinen tragbaren Gerät abgegeben werden)
  7. Psychologische Therapieverfahren (bes. Entspannungsverfahren und Schmerzbewältigungstraining)
  8. Bei Beteiligung der Wirbelsäule auch Chirotherapie

*   Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird ein dünner Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Ner ven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betaeubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Das Lokalanästhetikum (= örtliche Betäubungsmittel) wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben. Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Ner ven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Sch merzen, die auf eine verminderte Blutversorgung, auf entzündliche oder auch degenerative Prozesse zurückzuführen sind, hilfreich ist.
Nach neueren Erkenntnissen kann diese intensive Blockadetherapie das sog. Schmerzgedächtnis löschen.

     Die invasiven (= in den Körper eindringenden) Therapiemethoden der speziellen Schmerztherapie setzen eine sehr gründliche fachärztliche Ausbildung voraus, weshalb sie nur in wenigen therapeutischen Einrichtungen angeboten werden können. Insbesondere sind die kontinuierlichen Blockaden mittels eingepflanztem Katheter in Deutschland nur in ganz wenigen Schmerzzentren (Schmerzkliniken) durchführbar, so z.B. in Bad Mergen theim.

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Aktualisiert: 09.09.2006 k u
A
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